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Guter Hirte - Schlechter Hirte

Pfarrer Andreas Lorenz

Kurz vor Ostern sind sie geboren, die Osterlämmer! Ein weißes und ein schwarzes Lamm springen auf der Wiese, toben miteinander, rennen plötzlich zum selben Mutterschaf, von dem sie gesäugt werden. So dieser Tage zu beobachten auf der Streuobstwiese im Brodowiner Pfarrgarten. Was für eine Idylle!?

Im Kirchenjahr ist der 2.Sonntag nach Ostern von je her geprägt vom Motiv des „Guten Hirten“. Schon im alten Israel wurde Gott als Hüter und Hirte seines Volkes verehrt. Das Bild ist im frühen Christentum auf Jesus übertragen worden: „Ich bin der gute Hirte ...“ heißt es im Johannis-Evangelium. Heute mag das Bild vom guten Hirten vielen Menschen fremd sein. Den einen erscheint es vielleicht allzu idyllisch (nicht in jedem Garten hüpfen Schafe!), den anderen wiederum zu autoritär oder zu weltfremd. Wo ist denn der gute Hirte heute in unserer Welt zu finden? 

Es gibt viele davon, allerdings leider auch allzu oft Wölfe im Schafspelz, die vorgeben, unsere Beschützer zu sein, im Kleinen wie im Großen? Dieser Tage ist wieder Säbelrasseln in der Weltpolitik zu hören und Angst geht um. Was, wenn die großen Mächte aneinander geraten?

Manchmal sehe ich bei Hausbesuchen noch Bilder von Jesus, dem Guten Hirten, in Wohnzimmern: Inmitten einer idyllischen Landschaft führt Jesus in Gestalt eines langhaarigen Mannes eine Schafherde über die Weide; häufig trägt er dabei ein einzelnes Schaf auf seinem Rücken. Heute empfinden wir das eher als kitschig und übertrieben süßlich. Auch möchte sich kaum noch jemand mit einem Schaf identifizieren, das gedankenlos seinem Hirten hinterherläuft. Also nichts für aufgeklärte Zeitgenossen und mündige Christen?

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln ...“. So beginnt der 23. Psalm, der bis heute bekannteste und beliebteste Psalm überhaupt. „Er weidet mich auf einer grünen Aue“ – so heißt es weiter von Gott, der verspricht, in allen Lebenslagen für uns zu sorgen, uns zu schützen. Ein starker Grund, sich nicht vom Hirtenmotiv zu verabschieden! Trost und Hilfe finden so viele Menschen bis heute in den Worten des 23. Psalms: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ Ein toller Text!

Bleiben Sie behütet!

 

Pfarrer Andreas Lorenz aus Brodowin

Letzte Änderung am: 13.04.2018