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„Es werde Licht!“

"Es werde Licht"

Noch leuchten uns ein paar Herrnhuter Sterne an Kirchtürmen und in Hauseingängen. Noch zeigt uns ihr warmes Licht den Weg und erinnert an das Licht der Weihnacht, an Gottes Geschenk an uns Menschen. Ich freue mich darüber, dass dieses besondere Licht noch nicht ganz verloschen ist. Denn ohne Licht wäre es finster in dieser Welt.

 

Es gibt auch die andere Seite der Finsternis, die man nicht mit den Augen sieht, die aber umso stärker körperlich spürbar ist. Psychisch kranke Menschen sprechen davon, wenn sie sagen, dass es dunkel in ihnen ist. Diese Art Finsternis ist schwerer auszuhalten als die Dunkelheit, die aus Mangel an Licht entsteht. Meistens tut Licht gut. Wir sehen, wohin wir gehen. Wir werden munter, Kräfte erwachen in uns. Und depressiven Menschen hilft manchmal eine spezielle Lichttherapie.

 

Auch wer Gott erfahren hat, spricht oft vom Licht. In der Bibel wird erzählt, dass Gott als erstes das Licht geschaffen hat, und zwar noch vor der Sonne, dem Mond und den Sternen. Die werden erst am vierten Schöpfungstag „an den Himmel“ geheftet. Das Licht der Liebe scheint hell. Es ist uns in Jesus Christus aufgegangen. Es verbindet sich mit seiner Liebe zu uns Menschen und zu dieser Welt. Aber es bleibt so finster in unseren Seelen. Zwar strahlt uns die Liebe an, aber wir leuchten nicht von innen. Da muss ein Fachmann kommen, der uns neu ausrüstet. Uns gefrorene Seelen wird der Leuchtfeuermensch Jesus Christus noch einheizen und zum Leben überreden – dass wir uns ehrlich machen, freundlich auf andere Menschen zugehen, aufhören, immer nur herumzunörgeln. Manchmal ist es nur ein Lächeln, die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Gott selbst hat den Anfang gemacht.

 

Wenn wir es nur könnten, die Welt liebevoll anzublicken, würde sie sich wie eine Einladung vor uns auftun – tief und angefüllt mit unendlichen Möglichkeiten. Ach ja, auf dass auch die Dunkelmenschen auf ihren Fahrrädern und die in ihren (meist) schwarzen Blechkisten öfter mal das Licht einschalten, wenn es dämmert, um zu zeigen: „Hallo, ich will, dass ihr mich seht!“ Erleuchtung praktisch. Bleiben wir doch angewiesen auf das Licht der Liebe - lasst es uns weiter geben!

 

Pfarrer Dr. Andreas Reich, Evangelische Kirche

Letzte Änderung am: 18.01.2018