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Gottes Zusage

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. – So können wir es in der Bibel lesen. So verspricht Gott es den Überlebenden der Sintflut, der ersten großen Menschheitskatastrophe von der wir erzählt bekommen.

Auch in diesem Jahr wird geerntet. Doch es ist lange schon zu trocken und zu warm. Es wird eine schlechte Ernte werden. Machen wir uns darüber Sorgen? Hört man Wetterberichte in den Magazinsendungen des Rundfunks, erscheint jedes Wölkchen als Bedrohung des Sommers und das allerschlimmste scheint zu sein, dass einige Flugzeuge nicht starten konnten, weil der Beton einer Startbahn die Hitze nicht vertragen hat.

Sicher, die schlechte Ernte werden wir als Verbraucher kaum spüren. Das fehlende Getreide wird – dank Globalisierung und Welthandel – eben aus anderen Ländern eingeführt. Mich beunruhigt, wie sich von Jahr zu Jahr immer deutlicher das Klima verändert. Was vor fünfzehn Jahren als Drohung für eine ferne Zukunft noch sehr theoretisch schien, hat uns im täglichen Leben erreicht. Wie warm wird 2019? Wie warm 2020? 2021? Wird im Winter noch Schnee fallen?

Wie ist das nun mit Gottes Zusage, dass Frost und Hitze, Sommer und Winter nicht aufhören werden? Gilt sie noch? Aber woher soll ich denn sonst Hoffnung nehmen? Soll ich auf die Kraft menschlicher Einsicht und Vernunft bauen? Mich motiviert diese alte Zusage Gottes viel eher. Ohne ihn könnte ich jedenfalls keine Hoffnungsschimmer entdecken.

 Thomas Berg, Pfarrer in Lunow

Letzte Änderung am: 07.08.2018