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Das "Moment-mal" zum Taschenmesser von Pfarrer Lucas Ludewig anhören

Taschenmesser

Heute verschenke ich Taschenmesser. Wenn Sie nachher noch zu einer Konfirmation in Wandlitz gehen, verraten Sie bitte den jungen Menschen nicht die Überraschung.

Die Beschenkten werden vielleicht erst einmal denken: Wozu denn ein Taschenmesser und dann verschwindet es in der Versenkung des Zimmers. Vielleicht und hoffentlich freuen sie sich aber und erkennen den Nutzen, den es haben kann.

Der wahre Wert eines solchen Werkzeuges zeigt sich für mich, wenn ich es dabeihabe und brauche.
Mein Taschenmesser ist schon alt und zerkratzt aber ich weiß, wer es mir geschenkt hat und ich kann mich an viele schöne Situationen erinnern, in denen ich es dabeihatte:
Auf einem Festival habe ich Dosen geöffnet, abends beim Lagerfeuer am Strand eine Bierflasche oder ich habe auf einer Radtour mein Fahrrad repariert.
Die Situationen waren nicht schön wegen des Taschenmessers, sondern wegen der Menschen und der Erlebnisse. Das Taschenmesser hat nur geholfen.

Für mich liegt hier die Aufgabe von einer Kirche. Es reicht nicht ein Kreuz vorne drauf zu haben, dann verschwindet sie in der Versenkung. Sondern Kirche muss ein Werkzeug sein: für Gemeinschaft, für schöne Erlebnisse, für Begegnungen, und wenn an Herz oder Seele etwas kaputt ist, auch ein Werkzeug zum Reparieren.


Lucas Ludewig, Pfarrer in Basdorf, Wandlitz und Zühlsdorf

Letzte Änderung am: 12.09.2020