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RSSPrint

Lastenträger

An diesem Sonntag (5. Juli) ist als Wochenspruch vorgesehen: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Galater 6,2). Lastenträger haben es schwer, aber sie sind wichtig. Sie transportieren Güter auf einem Weg zum Ziel. Auf unserem Lebensweg durch die Zeit begegnen wir Menschen, die uns brauchen. Da ist eine junge Witwe, die die Arbeit ihres Mannes nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Das Hoftor schließt nicht mehr. Wie gut, dass es einen Nachbarn gibt, der das sieht, der handwerklich begabt ist und über das nötige Werkzeug zur Reparatur des Tores verfügt. Er sagt nicht, was geht mich das an, jeder ist sich selbst der Nächste, hilf dir selbst. Er sieht die Frau mit dem reparaturbedürftigen Tor und hilft selbstlos. Nach kurzer Zeit ist der Schaden behoben. Das Tor schließt wieder. Eine Last wurde abgetragen.

Nicht nur in diesen Wochen haben viele Menschen das Bedürfnis sich auszusprechen. Es fehlt aber der Gesprächspartner. Wie gut, dass es ein Telefon gibt und jemanden, der anruft und sich zum Gespräch Zeit nimmt. Allein die Möglichkeit zum Reden, Alltäglichkeiten erzählen zu können, Themen anzusprechen, die einen bewegen, ist ein großes Geschenk. Dazu ist es nötig, dass es einen Menschen am anderen Ende der Strippe gibt, der zuhört und wenn nötig, geduldig zuhört. Es kann auch hilfreich sein, die Telefonseelsorge oder auch das Telefon des Pfarramtes zu nutzen. So können Lasten, auch schöne und gute Lasten getragen und abgeladen werden.

Auch Spenden für mancherlei Aufgaben an Vereine und Kirchen sind gute Lasten, die weiter gegeben werden. Die Coronazeiten erwarten unser Mittragen. Kinder in schwierigen Verhältnissen benötigen unsere Hilfe. Bei Weitem kann nicht alles mit Steuermitteln bewältigt werden. Lasst uns willige Lastenträger werden.


Walter Baaske, Pfarrer im Ruhestand aus Finowfurt

Letzte Änderung am: 01.07.2020