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Das fünfte Gebot

Das fünfte Gebot der Bibel lautet: Du sollst nicht töten. Setzt der Krieg in der Ukraine es außer Kraft? Oder ist es im Fall eines Angriffskrieges doch erlaubt sich tötend zu wehren? Vielleicht muss ja auch dies Gebot übersetzt werden: Du sollst nicht morden. Dann ist im Fall eines Angriffes die Verteidigung auch mit Waffen möglich. Selbst, wenn das so ist, müssen Kriegsverbrechen dem Morden zugeordnet werden. Die Verantwortlichen müssen überführt und vor Gericht gestellt werden, egal auf welcher Seite sie in einer militärischen Aktion oder einem Krieg kämpfen. Und auch Verteidigung muss von Kriegsverbrechen frei bleiben. Dann aber werden wir dem Volk der Ukraine helfen müssen, das dieser Brand sich nicht weiter durch ihr Land frisst.

Jeder Krieg heute, aber insbesondere dieser Krieg ist eine große Tragik, nicht nur weil er Menschen tötet und Städte zerstört, sondern auch, weil er durch seine verheerende CO2–Bilanz sich an der Zerstörung der Erde als Lebensraum für Menschen und Tiere beteiligt. Das Gebot „Du sollst nicht töten“ muss auch in diesem Zusammenhang gesehen und beachtet werden, wenn wir leben und nach Gottes Willen Leben bewahren wollen.

Es wird dieser Krieg schnellstmöglich beendet werden müssen und nachher umso dringlicher und konsequenter mit erneuerbaren Energien gelebt und gewirtschaftet werden müssen – ohne Gas, Kohle oder Öl als Energieträger.

Die Christliche Friedensethik ist durch die Ereignisse der letzten Wochen sehr stark herausgefordert. Fossile Energie und fossile politische Strukturen und fossile politische Mittel dürfen nicht unsere Zukunft bestimmen.

Hanns-Peter Giering, Pfarrer der Ev. Stadtkirchengemeinde Eberswalde

Letzte Änderung am: 13.05.2022