Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Menschsein im Verborgenen

Heute ist gestern ist morgen 
eingebettet im Menschsein 
ist der Mensch Mensch ganz im Verborg’nen

Die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart ebenso wie die Zukunft. Aber auch unsere Gegenwart ist bestimmend für unsere Vergangenheit und Zukunft. Wir sind eingebettet. Wir sind geprägt. Von der Geschichte wie auch von Geschichten. Von Menschen, von Zeiten und vom Leben. Geprägt von Bildern, Erinnerungen, Gedanken, Worten und Emotionen. Geprägt aber auch vom Sein und Werden. Und von etwas Verborgenem in Zeit und Raum und Ewigkeit.

Zeitlosigkeit ist nicht unsere Bestimmung. Doch was ist unsere, meine Bestimmung? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Und wo und wie lebe ich? Habe ich mein Leben, mein Sein, mein Werden selbst in der Hand? Wer und was hat mich geprägt? Und wen und was präge ich, wie?

Eine alte chinesische Weisheit sagt:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

Doch ist der Anfang von allem wirklich allein der Gedanke? Oder gibt es noch etwas vor dem Gedanken? Etwas, was diesen Gedanken fasste, bestimmte und prägte?

Und ist das Ende von allem allein das Schicksal? Oder gibt es noch etwas nach, hinter dem Schicksal? Etwas, was dieses Schicksal als Leben in Zeit und Raum und Ewigkeit einbettet und festhält?

Verborgen 
ist der Mensch 
im Sein und Werden
und doch auch eingebettet, eingehüllt 
im Verborgenen
ein Werden
Der Mensch ist Mensch ganz im Verborg‘nen
gestern, heute, morgen

Sven Stoltmann, Vikar im Pfarrsprengel Bernau, Ev. Kirchengemeinde von St. Marien zu Bernau

Letzte Änderung am: 16.10.2019