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RSSPrint

Mitten in dieser düsteren Zeit

Mitten in dieser düsteren Zeit wird es gar nicht mehr richtig hell. Alles ist karg, kahl, kühl und ziemlich ungemütlich. Die Tage sind kurz. Ich stehe im Dunkeln auf und komme im Dunkeln nach Hause. Dazwischen ist grau. Und manchmal Nieselregen.

Mitten in dieser düsteren Zeit zünde ich mir eine Kerze an. Das Streichholz reißt geräuschvoll an der Reibefläche entlang und entzündet sich zischend und wohlriechend. Da wird es hell. Und ein bisschen warm. Der Docht nimmt die Flamme mühelos auf und das Licht flackert wunderbar behaglich. Licht tut der Seele gut, es wärmt und gibt ein wohliges Gefühl. Es durchbricht das Grau, die Dunkelheit. Es strahlt.

Mitten in diese düstere Zeit hinein scheint Licht! Kerzen, Lämpchen, Lampen, Laternen, Leuchter, Räucherkerzen, Lichterketten und Sterne erhellen alles, strahlen, schimmern, blinken, leuchten, flimmern, flackern, glimmen und glänzen – überall. Schenken Helligkeit, Freude und Zuversicht.

Mitten in dieser düsteren Zeit, mitten im Advent, da erinnern uns strahlende Lichter an einen Stern, der hoch am Himmel funkelte. Der hell und klar die Geburt eines neuen Königs anzeigte. Der schimmernd und leuchtend vom Friedefürst kündete und von Weihnachten. Advent, das heißt Ankunft. Diese Zeit ist nicht düster. Sie ist erhellt und strahlt voll Vorfreude, Sehnsucht und glänzendem Licht.


Mareike Peters, Gemeindepädagogin aus Zepernick

Adventskranz

„Mama, kennst Du ein Wort  drei „tz“ ?“ – „So ein Wort gibt es nicht“ antwortet die Mutter dem 10jährigen. „Doch“ entgegnet er: „Atzventzkrantz“ – Dieser Witz fällt mir immer ein, wenn die Adventszeit naht.

Morgen beginnt sie. Dann stehen oder hängen sie wieder in den Wohnzimmern, öffentlichen Gebäuden und Kirchen, die Adventskränze. Und die erste Kerze brennt. Ein schöner Brauch. Aber woher kommt er? Die Idee für solch einen Kranz – damals noch ein großer Holzreifen mit 24 Kerzen, der von der Decke hing – stammt von dem evangelischen Pfarrer Johann Hinrich Wichern, der 1833 in Hamburg ein Haus für verwaiste und verwahrloste Kinder, die der Betreuung bedurften, gründete. Er fragte sich: wie kann ich diesen Kindern anschaulich machen, dass die Zeit des immer dunkler und kälter werdenden Dezembers gleichzeitig eine Zeit des Weges ins Licht ist auf das Weihnachtsfest zu, dem Geburtstag von Jesus, der das „Licht der Welt“ ist? Und so hängte er am 1. Advent 1839 – also vor genau 180 Jahren – einen Holzreifen an die Decke des Betsaales mit 4 großen weißen Kerzen für die Sonntage und 19 kleine rote für die Werktage, denn 1839 fiel der Heilige Abend auf einen Dienstag.

Die Idee breitete sich schnell aus. Man nahm aber später nur noch vier Kerzen, für jeden Adventssonntag eine. Der immergrüne Kranz aus Tannenzweigen steht für die Hoffnung, die nicht aufhören soll. Es ist nicht „die Hoffnung auf winterliches Wetter und alle guten Wünsche für gutes Durchhaltevermögen beim weihnachtlichen Einkaufsmarathon“ wie eine Zeitung dieser Tage schrieb, sondern die Hoffnung auf Gott, der Frieden will für uns und die ganze Welt und uns Kraft schenkt, dabei mitzuhelfen.

Ich wünsche allen Lesern eine friedliche und fröhliche Adventszeit!



Martin Appel, Pfarrer im Ruhestand aus Finow

Letzte Änderung am: 03.12.2019